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Training für Azubis: Die erste Hürde meistern

Die IHK Nürnberg für Mittelfranken hat das Projekt „Azubi-Starter“ ins Leben gerufen. In Zusammenarbeit mit BW seminar|training sollen geflüchtete Jugendliche fit für das 1. Ausbildungsjahr gemacht werden und so die erste Hürde meistern.

 

Die Einführungswoche

Das Coaching „Azubi-Starter“ fand bereits eine Woche vor Ausbildungsbeginn statt. In fünf Tagen bereiteten die Coaches von BW Bildung und Wissen 17 Jugendliche auf eine Ausbildung in ihrem Beruf vor. Dabei wurden zunächst Grundlagen besprochen, wie Anforderungen, Rechte und Pflichten sowie angemessenes Verhalten in der Ausbildung. Es ging aber auch darum, mit Problemen umzugehen, die während der Ausbildung auftreten können. Hier gingen die Coaches vor allem darauf ein, wie durch die richtige Kommunikation Konflikte gelöst werden können. In kleinen Rollenspielen und vor allem durch viele Gespräche versetzten sich die Teilnehmer in die jeweilige Situation und bekamen immer mehr ein Gefühl dafür, wie der Umgang in einem Betrieb ablaufen kann. Teilnehmer und Coaches sind sich nach dieser Woche einig: So kann es auf jeden Fall weitergehen!

 

In ein Heft schreiben und lernen.

 

 

 

 

 

Ein persönliches Coaching

Und genau so ging es dann auch weiter: Seit September treffen sich die Coaches von BW Bildung und Wissen einmal im Monat mit den Teilnehmern. In dieser Zeit werden fachliche Inhalte zu Themen wie Deutsch, Mathe, Englisch, Wirtschaft und Sozialkunde vermittelt. Im Vordergrund stehen aber die individuellen Anliegen des Einzelnen. Die Azubis können Schwierigkeiten in der Ausbildung direkt ansprechen. Dabei geht es einerseits um fachspezifische Fragen: Die Herausforderung für die Coaches ist hier, sich mit den Inhalten der verschiedenen Ausbildungsberufe auseinanderzusetzen. So hat ein angehender Baustoffzeichner Fragen zur Masse von Baustoffen. Ein Jugendlicher macht eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer und möchte etwas zum Thema Reifenverschleiß wissen.

Andererseits werden auch persönliche Probleme, die im Betrieb oder der Berufsschule auftreten, gemeinsam besprochen. Ein Auszubildender zum Kaufmann im Einzelhandel hat das Problem, das er die Kunden oft nicht richtig versteht, da sie mit einem fränkischen Dialekt sprechen. Für dieses Problem ist schnell eine Lösung gefunden: Eine spontane Unterrichtseinheit zu gängigen fränkischen Begriffen. Und das auch gleich mit Aussprachetraining.

 

 

Die erste Hälfte des ersten Jahres

Das Coaching wie auch das erste Ausbildungsjahr ist zur Hälfte vorüber. Das Ziel, einen Ausbildungsabbruch im ersten Jahr zu verhindern scheint bis jetzt bei fast allen Teilnehmern erreicht zu werden. Darüber hinaus macht es allen Beteiligten auch viel Freude, sich untereinander auszutauschen. Über kleine Erfolge wie eine bessere Note in einem Problemfach oder die bestandene Probezeit freuen sich dann auch alle gemeinsam.